Mobilität + Logistik
Energie + Wasser
Lebensräume
Datennetze

9.10.2017

Fahrzeugstrategie bei DSW21

In der öffentlichen Diskussion steht der Diesel insgesamt als Verursacher von Stickoxiden (NOx) im Fokus. Vor wenigen Jahren gab es ähnliche Diskussionen zum Feinstaub. Diese Problematik konnte durch den Einbau von Partikelfiltern gänzlich abgestellt werden. Die Dieselfahrzeuge mit Euro 6-Motoren sind derweil deutlich besser als ihr Ruf.

In Bezug auf die NOx-Emissionen, die im Verkehr abgegeben werden, erfüllen moderne Euro 6 Diesel-PKW die höchsten Anforderungen des Gesetzgebers (80 mg/km NOx), welche für alle PKW unabhängig von der Motorgröße gelten. Sie unterschreiten vielfach auch die Grenzwerte von Fahrzeugen mit Ottomotoren (sogenannte Benziner), die mit 60 mg/km etwas unter den Dieselwerten liegen. Ein nennenswerter Einfluss auf die NOx-Problematik bei den in den Städten gemessenen Immissionen ist durch Euro 6 Diesel-PKW daher nicht gegeben. Die Verursacher von NOx-Immissionen sind bezogen auf den Verkehr bei den Euro 3 Diesel-Fahrzeugen, die bis zu 500 mg/km NOx ausstoßen dürfen, zu suchen. Für noch ältere Dieselfahrzeuge sind überhaupt keine NOx-Grenzwerte festgelegt, daher sind diese ebenfalls den Verursachern zuzurechnen.

Hybrid- und Elektrofahrzeuge sind nur bedingt eine Alternative

Die Hybridfahrzeuge locken mit besonders niedrigen Werksangaben bei den Emissionen. Diese basieren jedoch auf einem Messverfahren, welches nicht die Praxis widerspiegelt. Denn bei der Messung wird völlig realitätsfern die Hälfte einer Fahrt elektrisch absolviert, die andere Hälfte mit dem Verbrennungsmotor. Die elektrische Fahrt fließt mit 0 in den Gesamt-Schadstoffwert ein, so dass die Herstellerangaben gegenüber den Praxiswerten deutlich zu niedrig sind.

Auch in puncto Reichweite gibt es Defizite: Selbst mit mehrstündigem Laden erreicht man bei den einschlägigen Hybridmodellen nicht annähernd die Herstellerangaben, sondern allenfalls reale Reichweiten von ca. 25 km. Eine Fahrt von 250 km wird also zu mindestens 90 % ohne elektrische Unterstützung erfolgen. Stattdessen erfolgt sie mit einem im Hinblick auf den CO2-Ausstoß ineffizienten Ottomotor.

Bei der Betrachtung darf auch nicht außer Acht gelassen werden, dass sich die Kapazität der Batterien alle 2 Jahre um 10 bis 20 % reduziert. Zudem entstehen erhebliche CO2-Emissionen bei der Erzeugung der Batterien. Um elektrisch fahren zu können, muss außerdem an den Abstellorten jeweils eine Ladesäule vorhanden sein. Somit ist diese Technologie insgesamt sehr komplex und aufwändig und stellt aktuell nur eine Brückentechnologie dar.

Reine Elektrofahrzeuge erzeugen zumindest keine lokalen Emissionen, sind jedoch teuer und nur eingeschränkt verfügbar. Sie besitzen ferner nur geringe Reichweiten und eine niedrige Zuladung. Darüber hinaus ist eine umfangreiche Ladeinfrastruktur notwendig.

Wie sieht also die Strategie von DSW21 aus?

Wir nutzen unter ökologischen und ökonomischen Aspekten im PKW-Bereich einen Mix aus Elektromobilität und modernster Euro 6-Dieseltechnologie. Elektrofahrzeuge – bis Ende 2017 werden es 10 Fahrzeuge sein – werden in Bereichen eingesetzt, in denen keine besonderen Anforderungen an das Fahrzeug gestellt und kurze Wege zwischen den Betriebsstandorten zurückgelegt werden. Hier haben sich einige Kleinwagen und Kastenwagen am Markt positioniert. Für alle darüber hinausgehenden Anforderungen, insbesondere größere Reichweiten und wechselnde Standorte, setzen wir modernste Dieselfahrzeuge mit Abgasnachbehandlungssystemen und AdBlue-Einspritzung ein.

Nutzfahrzeuge und Busse sind als reine Elektro-Modelle noch nicht serienreif verfügbar. Die beiden führenden deutschen Bushersteller planen, 2019/2020 erste Elektrobusse als Vorserienfahrzeuge auf den Markt zu bringen. Daher bereiten wir uns mit diesen zeitlichen Vorgaben auf diese Technologie vor und treffen bereits heute Vorkehrungen für eine Ladeinfrastruktur an den Betriebshöfen. Hier werden u.a. komplette Neuanschlüsse an das Mittelspannungsnetz notwendig, was erhebliche Investitionen nach sich zieht.

Zudem beobachten wir ständig die Entwicklung und das Marktgeschehen und tauschen uns auch mit anderen Verkehrsunternehmen intensiv aus, so dass wir unsere Strategie regelmäßig anpassen können.