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Rheinbahn-Vorstand Klaus Klar, Vorsitzender von spurwerk.nrw (l.), und DSW21-Verkehrsvorstand Hubert Jung (r.) übergaben NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (Mitte) passend zum Jubiläum der Kooperation ein Weicheneisen.

9.10.2017

Erfolg durch Kooperation

NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst, Klaus Klar (spurwerk-Vorsitzender und Arbeitsdirektor und Vorstand der Düsseldorfer Rheinbahn) und DSW21- Verkehrsvorstand Hubert Jung stellten am 6. Oktober die Arbeit der nordrhein-westfälischen ÖPNV-Unternehmenskooperation »spurwerk.nrw« vor.
 
Anlass war das zehnjährige Jubiläum der Gruppe, in der hauptsächlich die Stadtbahnbetrieb unterhaltenden ÖPNV-Unternehmen in NRW organisiert sind: Bielefeld, Dortmund, Bochum/Gelsenkirchen, Essen, Mülheim/Ruhr, Duisburg, Krefeld, Düsseldorf, Wuppertal, Köln und Bonn. Preisvorteile durch größere gemeinsame Bestellungen und Energieeinsparungen, die Synergiesuche sowie die Erstellung gemeinsamer technischer Standards sind die Hauptziele des Konsortiums. Im Landtag präsentierten die »Spurwerker« zusammen mit Wüst die Erfolge der Dekade und erneut den Mittelbedarf der (Stadtbahn-)Unternehmen in den kommenden Jahren.
 
Kooperation entlastet Haushalte

Bevor Klaus Klar einen Rückblick auf die Ergebnisse des gemeinsamen Handelns warf, hob der NRW-Landesverkehrsminister Hendrik Wüst die Bedeutung der Selbsthilfe bei gleichzeitiger Entlastung der öffentlichen Haushalte hervor: „Der Betrieb und der Unterhalt von Stadtbahnen ist eine kommunale Aufgabe. Diese Aufgabe fördern wir als Land zwar mit eigenen und mit Bundesmitteln, dennoch bleibt die Finanzierung im Kern eine kommunale Aufgabe. Der Landesregierung ist bewusst, dass diese Aufgabe viele Kommunen zunehmend vor Herausforderungen stellt. Umso mehr begrüßt es das Land, wenn die verantwortlichen Kommunen und Nahverkehrsunternehmen gemeinsame Wege einschlagen, um die Kosten für alle Beteiligten so gering wie möglich zu halten. Die Kooperation spurwerk geht genau diesen Weg.“
 
Fernab von Städtezwist
Letzte spektakuläre Aktion, so anschließend der Spurwerk-Vorsitzende Klaus Klar, stellt die Einigung der Unternehmen Kölns und Düsseldorfs im Jahr 2010 dar, gemeinsam neue Stadtbahnen zu bestellen. 42 Bahnen für Düsseldorf mit einer Option auf 16 weitere und 20 Bahnen für Köln bedeuten ein Bestellvolumen von rund 200 Mio. Euro. Das erste Exemplar erhält Düsseldorf für Testfahrten und Prüfungen im Februar. „Es schwingt ja auch ein wenig Geschichts-Folklore beider Städte mit, wenn Köln und Düsseldorf Bereitschaft zur Einigung zeigen“, meinte Klar mit Blick auf den Städtezwist und skizzierte die weiteren Themenfelder des Spurwerk.
Neun Arbeitsgruppen arbeiten in regelmäßigen Treffen an Synergien, technischen Systemen, unter anderem zu noch weitergehenden Energieeinsparungen und effizienterer Nutzung von Material und Rohstoffen sowie an technischen Standardisierungen. Ein Steuerkreis von Bereichsleitern steuert die Aktivitäten.
 
Zusammenarbeit aus Erfahrung
Auch Hubert Jung, Verkehrsvorstand von DSW21, erweiterte die Rückschau auf Geleistetes mit Beispielen: Bei der Bestellung von 52 Fahrtreppenanlagen für vier beteiligte Unternehmen ließen sich ebenfalls erhebliche Kostenreduzierungen erzielen (http://www.bus-und-bahn.de/presse.html?pid=39327#presse). Das Gleiche gilt für die Order von knapp 300 Ticketautomaten für die Unternehmen Dortmunds, Essens und Duisburgs. Auch bei den Stadtbahnen zeigt sich über die reine Beschaffung hinaus der Vorteil der Zusammenarbeit, etwa bei der Festlegung von technischen Standards oder beim Austausch über Themen wie den Brandschutz. Und bei den Bussen hat die Kooperation ohnehin eine lange Tradition, ergänzte Jung: „Die Verkehrsunternehmen im östlichen Teil des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr bestellen sogar schon seit 15 Jahren ihre Busse in der Kooperative östliches Ruhrgebiet (KöR) gemeinsam, um am Markt bessere Preise zu erzielen!“
Die Zusammenarbeit von Bus- und Bahn-Anbietern erstreckt sich aber auf auch das Feld »Digitales«: Die größten kommunalen VRR-Unternehmen bauen gerade ein gemeinsames Vertriebssystem auf – eine wichtige Weichenstellung für kommende Entwicklungen wie etwa eine übergreifende Mobilitäts-App (http://www.bus-und-bahn.de/presse.html?pid=40211#presse).
 
Modell für die Zukunft
Für Klar, Jung und die Vorstandskollegen der anderen Unternehmensleiter bleibt spurwerk.nrw ein zukunftstaugliches Modell, zumal die Fördersituation trotz erheblichen Mittelbedarfs ungeklärt bleibt. NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst: „Manchmal ist die Kooperation von Kommunen untereinander schwer und mühsam. Dass es hier gelingt, gemeinsam an einem Strang zu ziehen, wäre daher schon alleine ein Grund, der Kooperation zu gratulieren. Das dies auch noch erfolgreich gelingt, ist umso erfreulicher. Spurwerk zeigt, wie sinnvoll es ist, sich zusammenzuschließen".
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