Mobilität + Logistik
Energie + Wasser
Lebensräume
Datennetze

28.3.2017

Konsolidierungskurs weiterhin erforderlich

DSW21 weist nach vorläufigen Berechnungen im Einzelabschluss des Geschäftsjahrs 2016 einen Gewinn von 3,0 Mio. € aus (Vorjahr - 22,0 Mio. €). Dies gegenüber 2015 deutlich bessere Ergebnis ist im Wesentlichen auf Erträge aus der Auflösung von Pensionsrückstellungen (4,5 Mio. €) infolge eines veränderten Rechnungszinssatzes zurückzuführen, wohingegen im Vorjahr 43,6 Mio. € den Pensionsrückstellungen zugeführt werden mussten. Auch geringere Instandhaltungs- und sonstige betriebliche Aufwendungen, Abschreibungen und Zinsaufwendungen sowie höhere Erträge aus Leistungen an Dritte und Ergebnisübernahmen von Tochtergesellschaften wirkten sich positiv auf das Jahresergebnis 2016 aus. Im Rahmen des Projekts Zukunft konnten zudem weitere Einsparungen und Ergebnisverbesserungen identifiziert werden. In Summe wurden durch das Projekt Zukunft bisher mehr als 18 Mio. € erreicht. Ergebnisschmälernd war hingegen die fehlende RWE-Dividende (- 11,2 Mio. €).

ÖPNV: Erneut verbessertes Betriebsergebnis

Das operative Geschäft von DSW21 ist und bleibt das Mobilitätsangebot mit Bussen und Bahnen. 134,1 Mio. Fahrgäste nutzten im abgelaufenen Geschäftsjahr dieses Angebot. Der leichte Rückgang zum Vorjahr (134,4 Mio.) resultiert aus einem deutlich geringeren Anteil von Fahrten schwerbehinderter Fahrgäste. Der Schwerbehindertenquotient sank von 7,76 % (2015) auf 7,48 % in 2016. Dies bedeutet ein Minus von rund 300.000 Fahrten.

Der vorläufige Fehlbetrag für das Betriebsergebnis im Verkehrsbereich verbesserte sich dagegen aufgrund geringerer Materialaufwendungen auf unter 53 Mio. € (Vj.: 53,8 Mio. €). Angesichts steigender Personal- und Materialaufwendungen, kontinuierlicher Investitionen in Fahrzeuge sowie Aufwendungen für den Erhalt der Infrastruktur ist künftig aber von höheren Verkehrsdefiziten auszugehen.

Mobilität und Logistik: Töchter auf gutem Weg

H-BAHN21 hat das Geschäftsjahr 2016 mit einem Verlust in Höhe von - 239 T€ abgeschlossen (Vj.: - 301 T€ ). Das zusätzliche fünfte Fahrzeug wird derzeit beim beauftragten Hersteller fertiggebaut. Mit der Lieferung und Inbetriebnahme wird im Laufe des Jahres gerechnet.

Der Dortmunder Hafen verzeichnete im Geschäftsjahr 2016 einen Güterumschlag von 2,5 Mio. Tonnen  (- 9,9 %). Der Rückgang an Tonnageleistungen ist auf Mengenverluste in der Relation Hamburg/Bremerhaven und auf Mengenverlagerungen der Reedereien zurückzuführen. Insgesamt betrachtet wurde der Umschlag an beladenen Containern jedoch durch die Abwicklung von Mengenzuwächsen in der Relation Dortmund – Rotterdam auf der neuen KV-Anlage um rund 8,5 % gesteigert. Für das Geschäftsjahr 2016 führt Dortmund Hafen einen Gewinn von 1,4 Mio. € an DSW21 ab.

Mit Passagierzahlen knapp unter der 2-Millionen-Marke bleibt der Dortmund Airport 2016 drittgrößter Flughafen in Nordrhein-Westfalen. Im Geschäftsjahr 2016 nutzten 1.918.843 Fluggäste den Dortmunder Flughafen. Dies waren 3,35 % weniger als im Vorjahr. Insbesondere die Rückgänge bei den Türkeiverkehren wirkten sich am Dortmund Airport, wie auch an vielen anderen Verkehrsflughäfen, erheblich aus. Allerdings zeigen die Wintermonate Wachstumswerte auf. Das vorläufige Jahresergebnis 2016 liegt bei - 14,6 Mio. € (Vj.: - 17,8 Mio. €). Bei der zukunftsrelevanten Größe, dem EU-EBITDA, lag dieser Wert bei - 1,46 Mio. € (Vj.:  - 3,4 Mio. €).

Energie- und Wasser-Beteiligungen: DEW21 über Plan, Gelsenwasser stabil, schwieriges Umfeld für STEAG und RWE

DSW21 weist im Zeitraum Januar bis Dezember eine Ergebnisübernahme von DEW21 in Höhe von 47,8 Mio. € aus. Aufgrund höherer Steuerumlagen fällt die Ergebnisübernahme besser aus als geplant.

Die Umsatzerlöse lagen in Summe mit 779,3 Mio. € um 40,3 Mio. € über Plan. Insbesondere höhere Handelsumsätze beim Strom und höhere Absätze im Geschäftskundenbereich Strom und Gas führten zu Umsatzsteigerungen. Die Umsätze in der Nahwärme lagen mengenbedingt unter Plan.

Aus der Beteiligungsgesellschaft der Gelsenwasser AG, der Wasser und Gas Westfalen, an der DSW21 und die Stadtwerke Bochum mit jeweils 50 % beteiligt sind, konnte in 2016 ein Beteiligungsertrag in Höhe von 33,7 Mio. € erzielt werden. Seit dem Erwerb in 2003 ist die Gelsenwasser-Beteiligung für DSW21 dank der guten Geschäftsentwicklung und dem zügigen und konsequenten Schuldenabbau der WGW zu einem Stabilitätsfaktor geworden.

Für das Geschäftsjahr 2016 werden durch die KSBG (Kommunale Beteiligungsgesellschaft GmbH & Co. KG) als Beteiligungsgesellschaft der STEAG rund 15 Mio. € an die Gesellschafter ausgeschüttet, für DSW21 verbleiben 2,7 Mio. €. Die reduzierte Ausschüttung gegenüber dem Vorjahr (5,6 Mio. €) resultiert aus einem schwierigen Marktumfeld der STEAG als Folge der Entwicklung des Energiemarktes.

Die KEB Holding AG hält als Tochterunternehmen von DSW21 ca. 23 Mio. RWE-Aktien. RWE hat wegen der drastischen Verschlechterung der Ertragsperspektiven in der konventionellen Stromerzeugung sowie der aktuellen politischen Risiken für das RWE-Geschäftsjahr 2015 in 2016 erstmals keine Dividende ausgeschüttet. DSW21 hatte für 2016 eine Ausschüttung von 11,2 Mio. € eingeplant. Der Dividendenvorschlag vom 22.02.2017 sieht erneut die Aussetzung der Ausschüttung für Stammaktien vor, für 2017 wird eine Dividende von 0,50 €/Aktie angestrebt. Dieser Betrag wird als Untergrenze für Folgejahre genannt.

Lebensräume: Fortsetzung von Erfolgsgeschichten

Im Geschäftsjahr 2016 erzielte DOGEWO21 einen Jahresüberschuss von 3,9 Mio. € (Vj.: 3,7 Mio. €), davon erhält DSW21 einen Anteil in Höhe von 1,8 Mio. €. Wie in den Vorjahren investierte die Gesellschaft auch 2016 einen hohen Millionenbetrag (14,5 Mio. €) in den Erwerb, Neubau und Erhalt von Beständen.

Hohenbuschei schreibt weiterhin eine Erfolgsgeschichte. Fast alle 700 Einfamilienhausgrundstücke sind verkauft, rund 640 Einfamilienhäuser bereits bewohnt. Die Vermarktung der Einzelgrundstücke für private Bauherren ist abgeschlossen. Sämtliche Grundstücke für den Geschosswohnungsbau sind reserviert oder bereits verkauft. Vorgesehen sind hier rund 250 Wohneinheiten. Im laufenden Jahr soll parallel zu den noch zu erstellenden Wohnhäusern die Erschließung weiter fortgeführt werden.

Für 2016 weist die Gesellschaft voraussichtlich einen Jahresüberschuss von 3,2 Mio. € aus.

Die Ende 2014 gegründete Grundstücksentwicklungstochter von DSW21, die Dortmund Logistik GmbH, entwickelt eine ehemalige 58 Hektar große Industriefläche auf der Westfalenhütte zu einer Gewerbefläche für die Logistikbranche. Durch die frühere industrielle Nutzung ist das Gelände sehr stark zerklüftet und weist Höhenunterschiede von durchschnittlich zwei bis drei Metern, im Extremfall sogar von bis zu neun Metern auf, die in der ersten Projektphase ausgeglichen werden. Zur Aufbereitung und Erschließung der Fläche ist ein Zeitrahmen bis Ende 2024 geplant. 2016 konnte der vorgegebene Zeitplan eingehalten werden.

Im Mai 2016 hat die Dortmund Logistik GmbH ein 16 Hektar großes Grundstück und damit etwa die Hälte des Netto-Baulandes auf der ehemaligen Westfalenhütte an die REWE DORTMUND Großhandel eG veräußert, die hier ab 2018 ihr neues Frischelager errichten wird. Die weitere Fläche soll bis Ende 2017 an einen Investor verkauft werden.

Die Gesellschaft erzielte 2016 einen Jahresüberschuss von voraussichtlich 4,2 Mio. €.

Im Innenstadtbereich wird an der Deggingstraße/Von-den-Berken-Straße durch die Immobilienabteilung von DSW21 derzeit das »Wohnquartier Mitte« vorbereitet. Auf dem 60.000 m2 großen Grundstück zwischen der Hauptverwaltung und dem Werkssaal von DSW21 sollen in den nächsten Jahren Mehrfamilienhäuser mit rund 350 Wohneinheiten sowie eine Kindertagesstätte entstehen.

In 2016 wurden auf dem Grundstück zunächst mehrere ehemalige Betriebsgebäude und die frühere Ausbildungswerkstatt der Dortmunder Stadtwerke abgerissen. Der Kampfmittelräumdienst der Bezirksregierung Arnsberg untersuchte 27 Blindgänger-Verdachtspunkte, an drei Terminen wurden insgesamt vier Blindgänger aus dem 2. Weltkrieg entschäft.

Zurzeit erfolgt die Sanierung und Baugrundaufbereitung der Fläche, im Anschluss daran die Errichtung einer Lärmschutzwand sowie die Straßen- und Kanalbauarbeiten. Die Vermarktung der Fläche ist für 2018 geplant, mit ersten Hochbauarbeiten kann voraussichtlich 2019 begonnen werden.

Datennetze: DOKOM21 als Telekommunikationsdienstleister gefragt

DOKOM21 konnte sein Ergebnis in 2016 erneut verbessern und liefert für das abgelaufene Geschäftsjahr voraussichtlich einen Ergebnisbeitrag in Höhe von 5,7 Mio. € (im Vj.: 3,4 Mio. €) an DSW21. Die positive Entwicklung resultiert aus Vermarktungserfolgen in den Bereichen Kabel-TV für die Wohnungswirtschaft infolge der getätigten Investitionen in die Glasfaserinfrastruktur, für Rechenzentrums-Leistungen sowie für Dienstleistungen nahe der LWL-Infrastruktur.

Verantwortung: 110 Mio. € Leistungen für die Stadt

Erneut erbrachte die DSW21-Gruppe erhebliche Beiträge zur infrastrukturellen Verbesserung sowie zur Haushaltskonsolidierung der Stadt Dortmund. Im Jahr 2015 beliefen sie sich wiederum auf rd. 110  Mio. €. Sie betrafen die Finanzierung des ÖPNV und des Flughafens sowie die Zahlung der Konzessionsabgabe. Zahlreiche Spenden und Sponsoringmaßnahmen (rd. 0,6 Mio. €) im Wesentlichen für kulturelle und soziale Zwecke kommen noch hinzu.

Ausblick: Projekt Zukunft bleibt unentbehrlich

Auch wenn das Geschäftsjahr 2016 ein Jahr mit überwiegend guten Ergebnissen war, so steht DSW21 weiterhin vor großen Herausforderungen. Die Dividendenpolitik von RWE stellt ab 2018 wieder Ausschüttungen in Aussicht. Die Ausschüttungen von STEAG werden in 2017 und 2018 zwar ausreichen, um Zins und Tilgung in der KSBG zu bedienen, darüber hinausgehende Ausschüttungen an die Konsortialpartner sind nicht zu erwarten.

Bei den Pensionsrückstellung stellt das Jahr 2016 lediglich eine »Verschnaufpause« dar, in der Rückstellungen aufgelöst werden konnten. Die anhaltende Niedrigzinsphase wird ab dem laufenden Geschäftsjahr aber wieder Rückstellungen in zweistelliger Millionenhöhe erfordern.

Die Investitionen in die Infrastruktur – insbesondere die Beschaffung neuer Stadtbahnfahrzeuge – bleibt weiterhin eine ambitionierte Aufgabe.

Vor diesem Hintergrund bleiben die Bemühungen, Kosten zu reduzieren und Ergebnisse zu verbessern, unentbehrlich. Duch das »Projekt Zukunft« konnten von den ursprünglich angestrebten 30 Mio. € bislang Ergebnisverbesserungen in Höhe von 18 Mio. € realisiert werden. Neben den noch offenen 12 Mio. € müssen aus dem Projekt Zukunft noch weitere 16 Mio. € und damit insgesamt 28 Mio. € identifiziert werden. 


Kennzahlen zum vorläufigen Jahresergebnis der DSW21 AG in Mio. €

Umsatzerlöse   120,6 (2015: 122,0)  
Personalaufwand  114,2 (2015: 112,4)
Materialaufwand  67,0 (2015: 52,1)
Finanzergebnis 66,7  (2015: 16,6)
  
Ergebnisübernahmen Tochterunternehmen
u.a.  DEW21  47,8 (2015: 34,9 )
 DOKOM21  5,7  (2015: 3,4)
 Dortmund Hafen 1,4 (2015: 1,1)        
 Dortmund Airport  - 14,6    (2015:  - 17,8)           
 KEB  0,0 (2015: 14,0)

Beteiligungsergebnis  41,0 (2015: 43,7)
u.a.  WGW (Gelsenwasser)  33,7  (2015: 33,9)
 KSBG (STEAG)  2,7 (2015:  5,6)

Jahresergebnis  3,0 (2015: - 22,0)

Bilanzsumme 31.12. in Mio. € 1.717  1.702         

davon Aktiva
Sachanlagen       122 (2015: 133)
Finanzanlagen   1.399 (2015: 1.369)

davon Passiva
Eigenkapital  639 (2015: 636)
Pensionsrückstellungen 413 (2015: 418) 

Investitionen
in Sachanlagen 1,5 (2015: 19,3)

Investitionen                  
in Finanzanlagen 27,9 (2015: 21,7)


Mitarbeiter 1.858 (2015: 1.904)
davon Auszubildende 46 (2015: 45)
davon FAV und Bürgerarbeit  10 (2015: 21)                 

Fahrgäste in Mio.  134,1 (2015: 134,4)